(v.l.; Fotocredit: WKNÖ/Bollwein): WKNÖ-Präsidentin KR Sonja Zwazl, Wirtschaftslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav und Thomas Salzer, Präsident der IV Niederösterreich: „Wir wollen damit unseren Unternehmen die Chancen und Herausforderungen durch Wirtschaft 4.0 näherbringen.“

Die Chancen von Wirtschaft 4.0 gemeinsam nutzen

Beim Thema Digitalisierung ziehen das Land Niederösterreich, die Wirtschaftskammer Niederösterreich und die Industriellenvereinigung Niederösterreich an einem Strang. Startschuss dafür war ein gemeinsamer Workshop Ende 2015, bei dem die gemeinsamen Ziele zur Unterstützung der Betriebe bei der Digitalisierung festgesetzt wurden. In einem weiteren Schritt wurde eine Studie zu den „Einfluss- und Erfolgsfaktoren von Industrie 4.0 für den Standort NÖ“ in Auftrag gegeben. Im Kern der Studie wurden vier Themenfelder identifiziert: Information & Vernetzung, Bildung, Forschung und Standortrahmenbedingungen. Für jedes dieser Felder wurden konkrete Handlungslinien und Maßnahmenvorschläge zur Unterstützung der Betriebe formuliert.

Vertiefende Regionalveranstaltungen in ganz NÖ

Die ersten konkreten Unterstützungsmaßnahmen im Bereich „Information & Vernetzung“ sind fünf Regionalveranstaltungen, die über die Schwerpunkte von Wirtschaft 4.0 informieren und Unternehmen zur Entwicklung individueller Strategien motivieren. Die Themen der Informationsveranstaltungen, die von den drei Partner Land NÖ, WKNÖ und IV NÖ organisiert werden, reichen zum Beispiel von „Datenmanagement & lernen aus Daten“ über „Wie verändern sich die Arbeitsformen in der Zukunft“ bis hin zu „Additive Fertigung & die Auswirkungen auf den Werkzeugbau“.

Bohuslav: „Chancen für Unternehmen – egal welcher Branche und Größe“

„Das Thema Industrie 4.0 betrifft die gesamte Wirtschaft, unabhängig von der Größe und der Branche eines Betriebs. Daher rollen wir den Begriff weiter aus und er wird zu Wirtschaft 4.0. Wir seitens des Landes begleiten dabei unser Wirtschaftstreibenden: Neben der Unterstützung bei der Umsetzung zum Beispiel durch eigene Fördercalls und bei der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist es in einem ersten Schritt notwendig, das Bewusstsein für die Chancen und Herausforderungen durch Wirtschaft 4.0 zu schaffen. Denn je früher sich Unternehmen aktiv damit auseinandersetzen, desto besser können sie sich auf die einhergehenden Veränderungen einstellen. Mit den Regionalveranstaltungen setzen wir einen wichtigen Schritt, um Wirtschaft 4.0 unseren regionalen Betrieben – insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen – näher zu bringen und sie über die Entwicklungen zu informieren“, so Wirtschaftslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav.

„Wirtschaft 4.0 in Niederösterreich – Gemeinsam Chancen nutzen“

Zwazl: „Das Wichtigste bei der digitalisierten Wirtschaft ist und bleibt der Mensch“

Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) spannt ebenfalls den Bogen von Industrie 4.0 auf alle Wirtschaftsbereiche hin zu Wirtschaft 4.0. WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl erklärt: „Die Digitalisierung betrifft uns alle. Die WKNÖ schärft branchenübergreifend aber auch speziell in ihren sieben Sparten das Bewusstsein für das Thema, zeigt Lösungen auf und unterstützt alle NÖ Unternehmen am Digitalisierungsweg. Alle Betriebe haben bei der Digitalisierung enorme Entwicklungspotenziale. Mit den regionalen Infoveranstaltungen zeigen wir diese auf. Wichtig ist, dass wir den anstehenden Veränderungen offen gegenüberstehen und diese aktiv mitgestalten.“

„Die Digitalisierung bringt zwar große Veränderungen, aber auch neue Chancen. Das Wichtigste bei der digitalisierten Wirtschaft ist und bleibt der Mensch. Eine fundierte Ausbildung ist notwendiger denn je und in der digitalisierten Welt die absolute Voraussetzung für den Erfolg“, so Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl weiter.

Salzer: „Große Chancen zur Steigerung von Produktivität und Flexibilität“

„Dank dieser Studie wissen wir, dass viele Unternehmen die Digitalisierung zwar als wesentlichen Zukunftstrend sehen, aber noch nicht wissen, wie sie konkret damit umgehen sollen“, sagt Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ). Umso wichtiger sei es daher, den Betrieben ihre Chancen durch Industrie 4.0 durch die vertiefenden Regionalveranstaltungen aufzuzeigen. „Für Industriebetriebe ergeben sich große Vorteile in der Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben – etwa im Bereich der Logistik – sowie in der Steigerung der Produktivität und Flexibilität. Mit ausgewählten Experten sollen diese Chancen näher diskutiert werden“, erklärt der IV NÖ-Präsident und räumt zudem mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf: „Die Ängste, dass durch die Digitalisierung viele Arbeitsplätze verloren gehen, sind unbegründet. Zwar sind durch Automatisierung schon in der Vergangenheit in einzelnen Unternehmern Jobs weggefallen, dadurch stieg aber die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktivitätsgewinne führten zu Lohnsteigerungen über der Inflation. Betrachtet man die gesamte Volkswirtschaft, so sind durch die bessere Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen heute mehr Menschen in Beschäftigung als je zuvor.“